Ab Juni übernimmt Selina Jöhl das Steuer auf der Domhütte – und schreibt damit gleich ein kleines Stück Geschichte: Mit 22 Jahren ist sie die jüngste Hüttenwartin der SAC-Sektion Uto. Die quirlige Ammler Köchin bringt nicht nur alpine Erfahrung mit, sondern auch eine riesige Portion Herzblut fürs Leben in den Bergen.
Aufgewachsen auf einem Bauernhof mit Alpwirtschaft, ist Selina mit der Bergluft quasi gross geworden – ob beim Wandern, Skifahren oder auf Skitour. Nun freut sie sich riesig auf ihren Traumjob in luftiger Höhe und kann es kaum erwarten, ab Juni Gäste auf 2940 m ü. M. willkommen zu heissen. Wir habe mit ihr vor Saisonstart gesprochen.
RW: Was machst du eigentlich noch, bis es losgeht – und läuft die Hüttenvorbereitung schon?
Aktuell arbeite ich als Köchin im Restaurant Bahnhöfli in Entlebuch – das macht mir mega Spass, und ich werde nach der Saison auch wieder dorthin zurückkehren. Nebenbei bin ich schon fleissig mit den Vorbereitungen für die Hütte beschäftigt. Da gibt’s einiges zu organisieren, bevor es so richtig losgehen kann.
Was wirst du anders machen als deine Vorgängerin Salomé?
Puh, gar nicht so einfach zu sagen. Ich durfte letzten Sommer schon als Hüttenhilfe mitarbeiten und hab von Salomé unglaublich viel gelernt – sie hatte richtig gute Abläufe und viel Erfahrung. Da muss ich das Rad nicht neu erfinden. Ich werde wohl einfach hier und da kleine Dinge anpassen, damit’s für mich passt.
Wie kam’s eigentlich dazu, dass du dich als Hüttenwartin beworben hast?
Die Idee, mal eine Hütte zu führen, hat mich schon länger gereizt. Aber so richtig konkret wurde es erst letzten Sommer – die Saison auf der Domhütte hat mich total gepackt. Die Berge, die Stimmung, die Leute – einfach alles! Ich war am liebsten schon um 2:30 Uhr beim ersten Frühstück dabei, um die besondere Stimmung mitzubekommen, bevor die Gäste losziehen. Und genauso schön ist’s, wenn sie am Nachmittag müde, aber glücklich zurückkommen. Dieses Gefühl kenne ich selbst gut – ich hab den Dom nämlich auch schon bestiegen.
Als ich dann im Herbst gehört hab, dass Salomé aufhört – sie wird Mama –, hab ich gedacht: Jetzt oder nie! Also hab ich mich beworben und freue mich riesig, dass es geklappt hat.
(Soweit ich weiss, bin ich übrigens mit Jahrgang 2002 die jüngste Hüttenwartin im ganzen SAC.)
Wie sieht dein Hüttenteam aus?
Ich hab ein top motiviertes, junges und aufgestelltes Team – eine richtig gute Mischung! Wir freuen uns schon sehr auf die Saison.
Was freust du dich am meisten – und wovor hast du am meisten Respekt?
Ich freue mich einfach auf alles: auf neue Begegnungen, spannende Geschichten, viele kitschige Sonnenuntergänge – und auf bekannte Gesichter, die wieder vorbeischauen.
Am meisten Respekt hab ich wahrscheinlich vor dem Wetter. Das kann man halt nicht beeinflussen – wenn’s regnet, bleiben die Gäste im Tal. Und dann gibt’s natürlich auch immer wieder unerwartete Situationen, bei denen man improvisieren muss. Aber genau das gehört ja auch irgendwie dazu.
Ab auf die Domhütte! Mehr Infos hier.
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